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	<title>Übersetzungsprozess Archives - Textworks Translations</title>
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	<description>Übersetzungen von Wissenschaftlern für Wissenschaftler</description>
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	<title>Übersetzungsprozess Archives - Textworks Translations</title>
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	<item>
		<title>Die DeepL-Funktion Clarify: macht die unsichtbare Arbeit des Übersetzens sichtbar</title>
		<link>https://www.textworks.eu/deepl-clarify-uebersetzungsarbeit-sichtbar-machen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[textworks]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 May 2025 10:42:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[DeepL]]></category>
		<category><![CDATA[Maschinelle Übersetzungen]]></category>
		<category><![CDATA[DeepL Übersetzungen]]></category>
		<category><![CDATA[Humanübersetzung]]></category>
		<category><![CDATA[Künstliche Intelligenz und Übersetzung]]></category>
		<category><![CDATA[maschinelle vs. menschliche Übersetzung]]></category>
		<category><![CDATA[Post-Editing]]></category>
		<category><![CDATA[Sichtbarkeit von Übersetzungsarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Übersetzungsprozess]]></category>
		<category><![CDATA[Übersetzungstools]]></category>
		<category><![CDATA[wissenschaftliches Übersetzen mit DeepL]]></category>
		<category><![CDATA[Wisseschaftliche Übersetzungen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>DeepL hat vor Kurzem ein neues Tool namens Clarify vorgestellt. Dessen Nutzer können, nachdem sie einen Text mit Deepl Translate übersetzt haben, auf eine Lupe klicken und sich Fragen ansehen, die Clarify ihnen zum Text stellt: Ist Begriff X so oder anders gemeint? Sollte man zu diesem Ausdruck den entsprechenden Ausdruck in der Ausgangssprache in [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>DeepL hat vor Kurzem ein neues Tool namens Clarify vorgestellt. Dessen Nutzer können, nachdem sie einen Text mit Deepl Translate übersetzt haben, auf eine Lupe klicken und sich Fragen ansehen, die Clarify ihnen zum Text stellt: Ist Begriff X so oder anders gemeint? Sollte man zu diesem Ausdruck den entsprechenden Ausdruck in der Ausgangssprache in Klammern anfügen? <br /><span id="more-10176"></span>Als ich das Tool ausprobierte, war meine erste Reaktion als wissenschaftliche Übersetzerin: Nun wird es für mich noch schwerer, zu rechtfertigen, warum eine Humanübersetzung einer maschinell generierten Übersetzung überlegen sein soll. Nach einigem Überlegen bin ich jedoch zu dem genau entgegengesetzten Schluss gekommen: Ich glaube, Clarify hat tatsächlich das Zeug, den Forschenden, für die ich übersetze, zu demonstrieren, worin der Wert meiner Arbeit liegt. Clarify macht klar – zumindest teilweise –, was ich bei jedem Satz in jeder meiner Übersetzungen leiste.</p>





<p><strong>Clarify von DeepL – eine Arbeitsprobe</strong></p>



<p>Schauen wir uns als Beispiel die Übersetzung einer Passage aus Max Webers <em>Die protestantische Ethik</em> <a id="_ftnref1" href="#_ftn1">[1]</a> an:</p>



<p>„Der Pietismus ist auf dem Boden des Calvinismus in England und besonders in Holland zuerst erwachsen, blieb durch ganz unmerkliche Übergänge mit der Orthodoxie verknüpft, und vollzog dann gegen Ende des 17. Jahrhunderts in der Wirksamkeit Speners seinen Eintritt in das Luthertum, teilweise dogmatisch umfundamentiert.“</p>



<p>DeepL bietet hierfür eine Übersetzung an<a id="_ftnref2" href="#_ftn2">[2]</a> und Clarify stellt dazu vier Fragen:</p>



<ol class="wp-block-list">
<li>Pietismus: Der Pietismus wird oft als „evangelische Mystik“ bezeichnet. Soll diese Information in die Übersetzung aufgenommen werden?
<ol>
<li>Ja, füge diese Information in Klammern hinzu.</li>
</ol>

<ol class="wp-block-list">
<li>Nein, diese Information ist nicht erforderlich.</li>
</ol>
</li>



<li>Orthodoxie: Es gibt für diesen Begriff mehrere Übersetzungsmöglichkeiten. Geht es hier um die orthodoxe Kirche, oder um Orthodoxie im Sinne von „traditionell“ oder „konform“?
<ol>
<li>Es geht hier um Orthodoxie im Sinne von „traditionell“ oder „konform“.</li>
</ol>

<ol class="wp-block-list">
<li>Es geht hier um die orthodoxe Kirche</li>
</ol>
</li>



<li>Speners: Es ist vielleicht nicht jedem Leser klar, wer Spener war. Soll die Übersetzung kurze Details liefern?
<ol>
<li>Ja, es soll in einer Fußnote darauf hingewiesen werden, dass Spener ein deutscher Theologe war.</li>
</ol>

<ol class="wp-block-list">
<li>Nein, es soll nur der Name verwendet werden.</li>
</ol>
</li>



<li>Luthertum: Der Begriff „Luthertum“ hat keine genaue Entsprechung im Englischen. Wie sollte er übersetzt werden?
<ol>
<li>Ersetze ihn durch eine Beschreibung dieses Begriffs (z. B. „the teachings of Martin Luther“)</li>
</ol>

<ol class="wp-block-list">
<li>Ersetze ihn durch einen ähnlichen Begriff (z. B. „Lutheranism“).</li>
</ol>
</li>
</ol>



<p>Das sind legitime Fragen, die ich mir selbst auch stellen würde, wenn ich diese <a>beiden Passagen</a> zu übersetzen hätte. Im obigen Beispiel hatte Clarify alle Stellen gefunden, über die ich mir selbst beim Übersetzen Gedanken machen und in die ich Zeit investieren müsste. Bei anderen Übersetzungsaufgaben ist Clarify jedoch meiner Ansicht nach über wichtige Fragen hinweggegangen. Das Tool hat sogar einige Lösungsvorschläge gemacht, auch wenn im jeweiligen Fall durchaus noch andere denkbar gewesen wären. Was Clarify nicht kann: seine eigenen Fragen beantworten. Genau das ist jedoch mein Job als wissenschaftlicher Übersetzer. Um aus mehreren Übersetzungsoptionen die beste auswählen zu können, ist wahrscheinlich weitere Recherche nötig – beispielsweise um herauszufinden, wie das englische „Lutheranism” in ähnlichen Texten verwendet wird und ob „Pietismus“ in der Übersetzung einen erklärenden Zusatz benötigt (und falls ja, wie lang dieser sein muss). So sind gute wissenschaftliche Übersetzer immer verfahren. Und genau diese Arbeit ist in der Regel unsichtbar geblieben.</p>



<p><strong>Unsichtbare Arbeit wird sichtbar</strong> Das Tool stellt einige richtige Fragen, die das Übersetzen aufwirft. Dadurch macht es zumindest einen Teil der Arbeit sichtbar, die wissenschaftliche Übersetzer an jedem Satz verrichten, den sie übersetzen. Nun kann es tatsächlich sein, dass Forschende Clarify künftig wie vorgesehen einsetzen: sich einen Aufsatz Satz für Satz übersetzen lassen und die von Clarify gestellten Fragen beantworten, dann entscheiden, ob Clarify wichtige Probleme übersehen hat, und schließlich die nötige Recherche vornehmen, um die im spezifischen Fall beste Option auszuwählen. Hierzu möchte ich allerdings anmerken, dass Clarify zu den meisten ihm vorgelegten wissenschaftlichen Sätzen zwischen zwei und vier Fragen gestellt hat; dies ergibt, multipliziert mit der durchschnittlichen Anzahl von Sätzen in einem wissenschaftlichen Aufsatz, eine Menge an Fragen, die durchaus abschrecken kann. Auch aus diesem Grund könnte Clarify sich als ein Tool erweisen, das die mühevolle Arbeit, die wissenschaftliche Übersetzer seit vielen Jahren leisten, erst an den Tag bringt – und damit auch den Wert aufzeigt, den ein wissenschaftlicher Übersetzer produziert, der aufgrund seiner Fachkompetenz sowohl erkennt, welche Fragen gestellt werden müssen, als auch weiß, auf welchem Wege Antworten zu finden sind.</p>



<p>&nbsp;</p>

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<p>&nbsp;</p>


<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity" />


<p><a id="_ftn1" href="#_ftnref1">[1]</a> Weber, M. (1984). <em>Die protestantische Ethik: Eine Aufsatzsammlung</em> (hrsg. v. J. Winckelmann, 7. Aufl. S. 115). Gütersloher Verlagshaus. (Erstveröffentlichung 1920)</p>



<p><a id="_ftn2" href="#_ftnref2">[2]</a> Von DeepL gelieferte Ausgangsübersetzung: „Pietism first developed on the basis of Calvinism in England and especially in Holland, remained linked to orthodoxy through very subtle transitions, and then, toward the end of the 17th century, under the influence of Spener, made its entry into Lutheranism, partly with a new dogmatic foundation.”</p>


<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity" />

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			</item>
		<item>
		<title>Google Übersetzer &#038; Co</title>
		<link>https://www.textworks.eu/google-uebersetzer-fuer-wissenschaftstexte/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[textworks]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Dec 2016 19:14:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Englisch]]></category>
		<category><![CDATA[Maschinelle Übersetzungen]]></category>
		<category><![CDATA[muttersprachliche Lektorate]]></category>
		<category><![CDATA[Übersetzungen]]></category>
		<category><![CDATA[DeepL]]></category>
		<category><![CDATA[Fachlektorat]]></category>
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		<category><![CDATA[Korrekturlesen vs. Post-Editing]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In diesem zweiteiligen Blog-Artikel gehen wir der Frage nach, warum es einfacher ist, wissenschaftliche Texte zu übersetzen, als sie Korrektur zu lesen. Wenn Sie als Autor schon einmal in der Situation waren, dass einer Ihrer Aufsätze übersetzt werden musste, kommt Ihnen vielleicht folgende Überlegung bekannt vor: „Wäre es nicht zeitsparender und einfacher für alle, wenn [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-10088 size-full" src="https://www.textworks.eu/wp-content/uploads/2019/12/Beitragsbild-Google-Übersetzer-und-co..jpg" alt="Beitragsbild - Google Übersetzer und co." width="1000" height="517" srcset="https://www.textworks.eu/wp-content/uploads/2019/12/Beitragsbild-Google-Übersetzer-und-co..jpg 1000w, https://www.textworks.eu/wp-content/uploads/2019/12/Beitragsbild-Google-Übersetzer-und-co.-300x155.jpg 300w, https://www.textworks.eu/wp-content/uploads/2019/12/Beitragsbild-Google-Übersetzer-und-co.-768x397.jpg 768w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></p>
<p style="text-align: justify;"><em>In diesem zweiteiligen Blog-Artikel gehen wir der Frage nach, warum es einfacher ist, wissenschaftliche Texte zu übersetzen, als sie Korrektur zu lesen.</em></p>
<p style="text-align: justify;"><span id="more-9482"></span></p>
<p style="text-align: justify;">Wenn Sie als Autor schon einmal in der Situation waren, dass einer Ihrer Aufsätze übersetzt werden musste, kommt Ihnen vielleicht folgende Überlegung bekannt vor: „Wäre es nicht zeitsparender und einfacher für alle, wenn ich meinen Aufsatz erst einmal von Google Übersetzer verarbeiten ließe? Dann müsste ich ihn anschließend nur noch Korrektur lesen lassen.”</p>
<p style="text-align: justify;">Dieses Verfahren hat vordergründig betrachtet in der Tat einige Vorteile:</p>
<ul style="text-align: justify;">
<li style="text-align: left;">Korrekturlesen erfordert normalerweise weniger Zeit als das Übersetzen. Wenn Ihr Abgabetermin also sehr knapp ist, würden Sie einen bis zwei Tage gewinnen, in denen Sie Ihrem Aufsatz den letzten Schliff geben könnten.</li>
<li style="text-align: left;">Korrekturlesen ist normalerweise preiswerter als Übersetzen. Bei einem knappen Budget kann es auch preislich attraktiver erscheinen, den ganzen Aufsatz nur Korrektur lesen und nicht erst übersetzen zu lassen.</li>
<li style="text-align: left;">Und wenn die Technologie heute schon so leistungsfähig ist – was spricht dagegen, sie auch zu nutzen?</li>
<li style="text-align: left;">Zeit ist für uns alle kostbar. Warum sollten Sie also die Zeit des Übersetzers verschwenden, indem Sie ihn einen ganzen Aufsatz übersetzen lassen, wenn Sie ihm genauso gut einen maschinell übersetzten Text  geben könnten, den er nur noch Korrektur lesen muss?<span style="color: #ffffff;">&#8230;</span></li>
</ul>
<p style="text-align: justify;"><span style="color: #ffffff;">&#8230;</span></p>
<p style="text-align: justify;">All diese Argumente lassen sich nicht pauschal von der Hand weisen. Aber in dem nun folgenden zweiteiligen Beitrag möchten wir Ihnen aufzeigen, warum die sogenannte maschinelle Übersetzung (also Google Übersetzer &amp; Co.) bei wissenschaftlichen Texten ein völlig sinnloses Unterfangen ist und dass sie am Ende sogar allen Beteiligten mehr Arbeit machen kann, als sie erspart. Im ersten Teil werden wir die Funktionsweise von Google Übersetzer, des beliebtesten derzeit existierenden Werkzeugs für die maschinelle Übersetzung, beleuchten. Anschließend werden wir ein konkretes Problem betrachten, das sich gerade bei wissenschaftlichen Texten auf der Ebene der einzelnen Wörter stellt. Im zweiten Teil dieses Blogbeitrags werden uns mit Fragen der Satzstruktur und insbesondere mit der Frage beschäftigen, wie ein Text durch maschinelle Übersetzung so verworren werden kann, dass er sich anschließend kaum noch fehlerfrei Korrektur lesen lässt.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Alle Wege führen über das Englische</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Zunächst stellen wir Ihnen einen Begriff vor. Er wirft ein erstes Schlaglicht auf den Unterschied zwischen dem Korrektorat eines Textes, der von einem menschlichen Übersetzer erstellt wurde, und dem Korrektorat eines maschinell übersetzten Textes. Das Überarbeiten eines maschinell übersetzten Textes nämlich wird in der Übersetzungsbranche nicht als „Korrektorat“ oder „Korrekturlesen“ bezeichnet. Sondern als „Post-Editing“. Damit wird auch dem Laien deutlich gemacht, dass es sich bei diesem Vorgang um etwas grundsätzlich so Verschiedenes handelt, dass es eine andere Bezeichnung verdient. Der Korrektor richtet sein Augenmerk oftmals auf Schreib- oder Tippfehler, auf die Konsistenz der Terminologie oder auf stilistische Belange. Beim Post-Editing hingegen muss der Bearbeiter vielfach mit Annahmen über die Intentionen des Quelltextes arbeiten, falls dieser uneindeutig oder komplett unklar ist.</p>
<p style="text-align: justify;">Woran aber liegt es, dass ein maschinell übersetzter Text mehrdeutiger oder unklarer sein kann als eine von Menschen angefertigte Übersetzung? Für die Antwort hierauf werden wir uns anschauen, wie – zumindest in einem zentralen Punkt – das weltweit am häufigsten eingesetzte Übersetzungs-Tool vorgeht. Dabei wird sichtbar werden, warum dieses Tool möglicherweise hervorragend zum Übersetzen jener E-Mail geeignet ist, in der Sie einem britischen oder französischen Kollegen schreiben, dass Sie ein bestimmtes Konferenzhotel buchen möchten, dass das Tool aber kläglich vor der Aufgabe versagt, Ihren nächsten Zeitschriftenaufsatz zu übersetzen.</p>
<p style="text-align: justify;">Wenn Sie Google Übersetzer Ihren Text anvertrauen, greift die Software für die Übersetzung auf statistische Verfahren zurück und prüft alle ihr zur Verfügung stehenden übersetzten Dokumente darauf, ob sie für ein Element in der Ausgangssprache eine optimal geeignete Entsprechung in der Zielsprache enthalten. In der Theorie klingt das gut. Es funktioniert auch bei einfachen Sätzen noch ganz passabel, vor allem wenn eine der beteiligten Sprachen das Englische ist. Sehen wir uns deshalb an, was passiert, wenn wir eine relativ einfache, auf Deutsch verfasste E-Mail zu dem erwähnten Thema von Google Übersetzer ins Englische und Französische übertragen lassen.</p>
<table>
<tbody>
<tr>
<td width="200">
<p>Deutsch</p>
</td>
<td width="200">
<p>Englisch</p>
</td>
<td width="200">
<p>Französisch</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td width="200">
<p>Lieber John,</p>
<p>ich schaue gerade nach Hotels in Amsterdam. Hast du schon ein Zimmer reserviert? Das Konferenzhotel ist mir zu teuer – es wäre schön, wenn wir im selben Hotel wären, dann könnten wir zusammen hinfahren.</p>
<p>Viele Grüße</p>
<p>Max</p>
</td>
<td width="200">
<p>Dear John,</p>
<p>I just look for hotels in Amsterdam. Have you made a reservation? The conference hotel is too expensive – it would be nice if we were in the same hotel, we could go together.</p>
<p>Best wishes,</p>
<p>Max</p>
</td>
<td width="200">
<p>Cher John,</p>
<p>Je regarde juste pour hôtels à Amsterdam. Avez-vous fait une réservation? Cet hôtel de conférence est trop cher – ce serait bien si nous étions dans le même hôtel, nous pourrions aller ensemble.</p>
<p>Meilleures salutations,</p>
<p>Max</p>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<table style="height: 179px;" width="338">
<tbody>
<tr>
<td width="200"> </td>
<td width="200"> </td>
<td width="200"> </td>
</tr>
<tr>
<td width="200"> </td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p style="text-align: justify;">Die englische Fassung ist gar nicht so schlecht. Im ersten Satz wird zwar das Simple Present („I just look for …“) statt des üblichen Present Progressive („I am looking for”) oder Present Perfect Progressive („I&#8217;ve been looking for &#8230;“) verwendet, aber die Aussage ist klar und der britische Kollege dürfte keine Probleme haben, diese E-Mail zu verstehen.</p>
<p style="text-align: justify;">Jetzt schauen wir uns an, was bei der Übersetzung ins Französische passiert. Das Hauptproblem liegt im zweiten Satz. Hier heißt es im Deutschen: „Hast <u>du</u> schon ein Zimmer reserviert?” Der deutsche Schreiber verwendet also die informelle Du-Anrede. Im Französischen wird daraus das formelle „Avez-vous“, das jedoch einem Gegenüber vorbehalten ist, den man eben nicht mit Vornamen anredet. Wie kommt Google Übersetzer auf diese Lösung? Der Grund ist einfach: <strong>Beim Übersetzen innerhalb eines Sprachenpaars, an dem Englisch nicht beteiligt ist, übersetzt Google Übersetzer zunächst ins Englische und erst dann in die eigentliche Zielsprache </strong>(also hier Deutsch -&gt; Englisch -&gt; Französisch). Da aber das englische „you“ zweideutig ist und sowohl „tu“ als auch „vous“ bedeuten kann, muss Google Übersetzer sich für eine Möglichkeit entscheiden. Und wählt prompt die falsche. Man stelle sich denselben Mechanismus in einem größeren, abstrakteren Maßstab vor: Ein eindeutiges deutsches Wort wird durch ein mehrdeutiges englisches Wort ersetzt und dieses wird dann in ein drittes Wort in der gewünschten Zielsprache (hier Französisch) übersetzt. Es eröffnet sich ein erhebliches Potenzial für sprachliche Missgriffe. Doch auch wenn Englisch zum Sprachenpaar der Übersetzung dazugehört, muss die Maschine ständig Entscheidungen zum Satzbau und zu einzelnen Wörtern treffen. Als Nächstes werden wir das Sprachenpaar Deutsch-Englisch und speziell die Probleme betrachten, die sich beim Übersetzen wissenschaftlicher Texte stellen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Verschärfung des Problems bei wissenschaftlichen Texten: Fachbegriffe</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Im wissenschaftlichen Kontext verdient ein weiterer Punkt der Funktionsweise von Google Übersetzer unsere Aufmerksamkeit: Die Software stützt ihre Entscheidungen auf statistische Häufigkeiten. Viele wissenschaftliche Texte zeichnen sich aber gerade durch eine Fachsprache aus, die von Experten verstanden wird, die aber in der Alltagskommunikation ungebräuchlich ist. Ein einfaches Beispiel auf der Wortebene mag genügen – das deutsche Wort „Gestalt“. Es bedeutet in der Alltagssprache so etwas wie die sichtbare Erscheinung oder Form von etwas und kann im Englischen mit „figure“ oder „shape“ wiedergegeben werden. So übersetzt Google Übersetzer „Gestalt“ in dem Satz „Hast du die Gestalt gesehen?” denn auch korrekt mit „figure“. Im Kontext der Psychologie allerdings ist „Gestalt“ ein Fachbegriff, der im Englischen unübersetzt bleibt, beispielsweise in „gestalt psychology“. Der fachsprachliche Satz:</p>
<p style="text-align: justify;">„Es werden bevorzugt Gestalten wahrgenommen, die in einer einprägsamen (Prägnanztendenz) und einfachen Struktur (= ‚Gute Gestalt’) resultieren.“<a name="_ftnref1"></a><a href="https://www.textworks.eu/eng/why-translating-academic-texts-is-easier-than-proofreading-them/#_ftn1">[1]</a></p>
<p style="text-align: justify;">wird von Google Übersetzer wie folgt ins Englische gebracht:</p>
<p style="text-align: justify;">„Preference is given to figures which result in a memorable (preeminence tendency) and simple structure (‚good figure’).“</p>
<p style="text-align: justify;">Bekommt nun ein Korrektor diesen englischen Satz zur Prüfung, könnte er sich aufgrund des Fachkontextes fragen, ob mit „figure“ vielleicht beide Male „Gestalt“ gemeint ist. Hierfür kommt es allerdings darauf an, wie gut er das Fach kennt und ob er weiß, dass „Gestalt“ in seiner Alltagsbedeutung normalerweise im Englischen mit „figure“ übersetzt wird. Es ist aber auch möglich, dass der Korrektor das Fehlen des Fachterminus an dieser Stelle gar nicht bemerkt oder dass er annimmt, der Autor habe das Wort „figure“ statt „gestalt“ im Englischen mit Absicht gewählt. Auf diese Weise könnten aus dem Zieltext unbemerkt Fachbegriffe verschwinden. Ein Rezensent könnte dann dem Autor ankreiden, er kenne sich offensichtlich im Fach nicht gut genug aus, um dessen korrekte Terminologie zu verwenden. Hätte jedoch der Autor von vornherein Wert darauf gelegt, dass sein Aufsatz von einem professionellen Übersetzer mit Erfahrung im Fach Psychologie übersetzt wird, wäre das Risiko einer Fehlübersetzung von „Gestalt“ gegen Null gegangen. Die beschriebenen Probleme entstehen aber nur dann, wenn ein Korrektor einen schlecht übersetzten Text erhält, in dem die Fachbegriffe unklar oder als solche nicht mehr zu erkennen sind.</p>
<p style="text-align: justify;">Mit diesem ersten Teil  haben wir Ihnen, so hoffen wir, eine Vorstellung von der Funktionsweise der maschinellen Übersetzung vermittelt und die Schwierigkeiten aufgezeigt, die vor allem beim Übersetzen zwischen zwei Sprachen auftreten, zu denen das Englische nicht gehört. Wir haben außerdem begründet, warum unserer Ansicht nach die auf statistische Häufigkeiten gestützte maschinelle Übersetzung besonders ungeeignet ist für wissenschaftliche Texte, in denen Begriffe häufig mit einer anderen Bedeutung als in der Alltagskommunikation verwendet werden. Im zweiten Teil dieses Beitrags werden wir Satzstrukturen analysieren, wie sie Google Übersetzer erzeugt. Hiervon ausgehend werden wir fragen, inwieweit auch ein Text, der einem Post-Editing unterzogen wurde, auf der Bedeutungsebene von dem abweichen kann, was im Originaltext intendiert war.</p>
<p> </p>
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<p><br></p>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Sprache im englischen und deutschen Wissenschaftsgebrauch: One size does not fit all</title>
		<link>https://www.textworks.eu/wissenschaftssprache-englisch-deutsch-vergleich/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[textworks]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Jun 2016 15:22:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[Englisch]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftssprache]]></category>
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		<category><![CDATA[Englische Wissenschaftssprache]]></category>
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		<category><![CDATA[Übersetzungsprozess]]></category>
		<category><![CDATA[Übersetzungsqualität]]></category>
		<category><![CDATA[wissenschaftliche Übersetzung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.textworks.eu/?p=9463</guid>

					<description><![CDATA[<p>Deutsche und englische wissenschftliche Texte unterscheiden sich stark in ihren Argumentationsstilen, und ihre Terminologie lässt sich nicht immer eins zu eins übersetzen. Strukturelle Unterschiede Sprache hat im englischen und deutschen Wissenschaftsgebrauch unterschiedliche Funktionen. Linguisten unterscheiden z.B. einen eher adressatenorientierten Ansatz im Englischen gegenüber einem eher inhaltsorientierten Ansatz im Deutschen. Im Englischen geht es um eine [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-10091 size-full" src="https://www.textworks.eu/wp-content/uploads/2019/12/Beitragsbild-Sprache-im-Wissenschaftsgebrauch.jpg" alt="Beitragsbild - Sprache im Wissenschaftsgebrauch" width="1000" height="667" srcset="https://www.textworks.eu/wp-content/uploads/2019/12/Beitragsbild-Sprache-im-Wissenschaftsgebrauch.jpg 1000w, https://www.textworks.eu/wp-content/uploads/2019/12/Beitragsbild-Sprache-im-Wissenschaftsgebrauch-300x200.jpg 300w, https://www.textworks.eu/wp-content/uploads/2019/12/Beitragsbild-Sprache-im-Wissenschaftsgebrauch-768x512.jpg 768w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></p>
<p style="text-align: justify;"><em> Deutsche und englische wissenschftliche Texte unterscheiden sich stark in ihren Argumentationsstilen, und ihre Terminologie lässt sich nicht immer eins zu eins übersetzen.</em></p>
<p style="text-align: justify;"><span id="more-9463"></span></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Strukturelle Unterschiede</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Sprache hat im englischen und deutschen Wissenschaftsgebrauch unterschiedliche Funktionen. Linguisten unterscheiden z.B. einen eher adressatenorientierten Ansatz im Englischen gegenüber einem eher inhaltsorientierten Ansatz im Deutschen. Im Englischen geht es um eine dialogisch-argumentative Darstellung von Thesen und Ergebnissen, die durch die Einbeziehung von Gegenpositionen auf einen gemeinsamen Common Sense von Autoren und Leserinnen abzielen. Einleitungen englischer Wissenschaftstexte sind deshalb häufig binnenstrukturierend und bieten vielerlei Vorabinformationen (sog. advance organizer), mit deren Hilfe die Leser an den wissenschaftlichen Gegenstand der Arbeit herangeführt und das argumentative Vorgehen anhand eines roten Fadens dargestellt wird. Beispiele für advance organziers sind: <em>this paper describes, this paper aims; in section a, b, c the paper outlines. </em>Ein gemeinsames Verständnis wird z.B. geschaffen durch Formulierungen wie<em> “civic engagement as a tool for democracy building has deep roots … going back to … Alexis de Tocqueville”;</em> “<em>so despite its length, this work deals only with bare essentials and their ‚cleaning‘, and may be characterized summarily as a work on mainstream basics. While the task may appear unexciting, it still is much a needed one because we must have (and give) reasons for the institutions we have, and because democracies are not viable unless the citizens understand them”</em>. (Sartori: The Theory of Democracy revisited. Chatham House Publishers, New Jersey 1987, xi)</p>
<p style="text-align: justify;">Deutsche wissenschaftliche Texte sind dagegen häufig hermeneutischer angelegt. Die Autoren setzen ein Wissen über den kommenden Inhalt voraus. Die Einleitungen sind diskursiv, motivierend geschrieben – <em>„Der Begriff der Politischen Kultur hat einen Siegeszug durch die Welt angetreten“ </em>(Sontheimer: Deutschlands Politische Kultur. Piper München 1991, 9) danach werden unter folgenden Unterüberschriften unabhängig voneinander verschiedene Aspekte ausgeführt: <em>Politische Kultur normativ gesehen, Wie entsteht eine Politische Kultur, Die Rolle der Politiker, Die reife demokratische Kultur</em>. Es werden eher wenige Sprachmittel eingesetzt, die die kommende Textstruktur vorstellen, wodurch inhaltliche Elemente zunächst meist unverbunden, für sich stehend aufgeführt werden, aus denen die Leser die Zusammenhänge selbst erkennen müssen. Das Ziel ist vor allen Dingen die wissenschaftliche Notwendigkeit einer Untersuchung nachzuweisen – im Englischen wird dieser Konsens argumentativ einbezogen bzw. vorausgesetzt, sodass ein solcher Nachweis nicht mehr notwendig ist. Für Übersetzer bedeutet dies, dass man sich bei der Übersetzung ins Deutsche mit den fachlichen Kontexten der jeweiligen Ausgangstexte gut auskennen muss, um die Bedeutungen richtig einordnen und damit angemessen übertragen zu können, ggf. müssen diese so aufbereitet werden, dass die Texte für das nicht-deutschsprachige Zielpublikum, das mit der dt. Textstruktur möglicherweise nicht so vertraut ist, verständlich gemacht werden. Die Leser werden weniger durch den Text geleitet als in englischsprachigen Wissenschaftstexten. Anstelle eines roten Fadens werden in der Einleitung mehrere Fäden ausgelegt, die erst im Laufe des folgenden Texts nach und nach zusammengeführt werden.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Semantische Unterschiede</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Unterschiede lassen sich auch auf der semantischen Ebene feststellen. Die deutsche Wissenschaft hat sich während der Aufklärung vor allem in der Philosophie entwickelt und von den antiken Vorbildern emanzipiert, weswegen eine neue Begrifflichkeit geschaffen wurden, die die neue, aufgeklärte Welt und ihre Ideen besser beschreiben konnte. Viele wissenschaftliche Begriffe sind deshalb aus der eigenen Sprachtradition gewachsen und inhaltlich geprägt; sie benennen den beschriebenen oder untersuchten Gegenstand, der attributiv spezifiziert wird. Dabei wird Wert auf begriffliche Eindeutigkeit gelegt, das neues Wissen repräsentiert – im Gegensatz zum Englischen. Die englischen Fachbegriffe stammen in ihren Sprachwurzeln zu einem großen Teil aus dem Griechischen oder Lateinischen. Es werden viel eher selbstständige und uneindeutige Begriffe verwendet, die erst in einen allgemeinsprachlichen Kontext eingebettet werden müssen, um ihre jeweilige Bedeutung zu erhalten. Die Darstellung neuen Wissens hängt damit selten an einzelnen determinierenden Begriffen sondern wird linear im Text entwickelt. Für die Übersetzer aus dem Englischen bedeutet dies ein höheres Maß an kontextueller Terminologiearbeit, die auf die Verständnisebene des Zielpublikums genau abgestimmt werden muss. Ein Begriff wie <em>leader</em> in politischen Texten bietet deutschen Übersetzern beispielsweise eine Fülle von Übertragungsmöglichkeiten, aus denen je nach Kontext der passende ausgewählt werden muss, auch die im Deutschen kontaminierte Übersetzungsvariante <em>Führer</em> zu vermeiden.</p>
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		<title>Einige Unterschiede zwischen wissenschaftlichen Schreibstilen im Deutschen und Englischen</title>
		<link>https://www.textworks.eu/stilunterschiede-wissenschaftliche-uebersetzung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[textworks]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Apr 2016 14:37:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[Englisch]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn Sie eine englische Übersetzung Ihres deutschen Manuskripts erhalten, dann kann diese im Ton und Stil leicht von Ihrem ursprünglichen Text abweichen. In diesem Blogbeitrag erklären wir, wie und weshalb. „Hedging“ &#8211; Sich nach allen Seiten absichern Wissenschaftliches Schreiben bedient sich in jeder Sprache des „Hedging“ (sich nach allen Seiten absichern), d.h. Behauptungen werden in [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><span style="font-size: 12pt;"><em><img decoding="async" class="alignnone wp-image-10101 size-full" src="https://www.textworks.eu/wp-content/uploads/2019/12/Beitragsbild-Unterschiede-im-wissenschaftlichen-Schreiben2.jpg" alt="Beitragsbild - Unterschiede im wissenschaftlichen Schreiben2" width="1000" height="750" srcset="https://www.textworks.eu/wp-content/uploads/2019/12/Beitragsbild-Unterschiede-im-wissenschaftlichen-Schreiben2.jpg 1000w, https://www.textworks.eu/wp-content/uploads/2019/12/Beitragsbild-Unterschiede-im-wissenschaftlichen-Schreiben2-300x225.jpg 300w, https://www.textworks.eu/wp-content/uploads/2019/12/Beitragsbild-Unterschiede-im-wissenschaftlichen-Schreiben2-768x576.jpg 768w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></em></span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-size: 12pt;"><em>Wenn Sie eine englische Übersetzung Ihres deutschen Manuskripts erhalten, dann kann diese im Ton und Stil leicht von Ihrem ursprünglichen Text abweichen. In diesem Blogbeitrag erklären wir, wie und weshalb.</em></span></p>
<p style="text-align: justify;"><span id="more-9456"></span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-size: 12pt;"><strong>„Hedging“ &#8211; Sich nach allen Seiten absichern</strong></span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-size: 12pt;">Wissenschaftliches Schreiben bedient sich in jeder Sprache des „Hedging“ (sich nach allen Seiten absichern), d.h. Behauptungen werden in der Argumentationsweise vorsichtig formuliert, um die Aussagen abzuschwächen, oder anders gesagt, um diese mit weniger Nachdruck vorzubringen. Im Deutschen wird häufiger eine direkte und explizite Sprache für Behauptungen verwendet (z.B. „Das vorliegende Forschungsprojekt zeigt, dass …“), wodurch dem Verfasser mehr Autorität verliehen wird. Im Englischen gibt es hingegen die Tendenz, Behauptungen abzuschwächen oder zu mildern, damit Kritik entschärft wird, oder um einen bescheidenen Ton anzuschlagen (Writing Development Centre). Hier sind einige Beispiele:</span></p>
<ul style="text-align: justify;">
<li><span style="font-size: 12pt;">„In this article <u>we hope to</u> show that …“</span></li>
<li><span style="font-size: 12pt;">„Smith (2008) <u>appears to</u> marginalize this issue“</span></li>
<li><span style="font-size: 12pt;">„These results <u>may have been</u> misinterpreted“</span></li>
<li><span style="font-size: 12pt;">„This <u>would</u> indicate that …“</span></li>
</ul>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-size: 12pt;"><strong>Die Personalpronomen</strong></span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-size: 12pt;">Herkömmlicherweise haben Wissenschaftler, die auf Englisch schreiben, die Verwendung von Personalpronomen vermieden, um einen förmlichen und objektiven Ton zu wahren. Die Verwendung von Personalpronomen nimmt jedoch zu – vor allem in den Sozial- und Geisteswissenschaften (Bryson). Im Deutschen ist die Verwendung von Personalpronomen nicht so verbreitet. In der Tat sind Englischübersetzer immer erstaunt über die Bandbreite und den Einfallsreichtum der im Deutschen darauf verwendet wird, das menschliche Handeln auszuklammern. Hier sollen ein paar Beispiele für die deutschen Variationen genügen:</span></p>
<ul style="text-align: justify;">
<li><span style="font-size: 12pt;">„In einem ersten Schritt wird aufgezeigt …“ („Firstly, I will demonstrate …“)</span></li>
<li><span style="font-size: 12pt;">„Es lässt sich voraussetzen, dass &#8230;“ („We can assume that &#8230;“)</span></li>
<li><span style="font-size: 12pt;">„In dem Vergleich dieser Gesellschaftsschichten fällt auf &#8230;“ (hier entscheidet sich der Englischübersetzer vielleicht dafür, den unpersönlichen Stil beizubehalten: „The comparison of these social classes shows that &#8230;“. Es wäre aber auch durchaus möglich, hier im Englischen ein Personalpronomen einzuführen: „If we compare these social classes, we see that …“).</span></li>
</ul>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-size: 12pt;">Außerdem wird im Deutschen häufig das unpersönliche Pronomen „man“ verwendet, während „one“ im britischen Englisch fast immer vermieden wird (außer von der Queen!): „Man soll die verschiedenen Möglichkeiten in Betracht ziehen“ („We should consider the possibilities“).</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-size: 12pt;"><strong>Das Aktiv/Passiv</strong></span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-size: 12pt;">Die Verwendung des Passivs trägt auch zu diesem unpersönlicheren, neutraleren Ton in deutschen, wissenschaftlichen Texten bei, z.B.:</span></p>
<ol style="text-align: justify;">
<li><span style="font-size: 12pt;">„In dieser Arbeit werden die Vorteile und Nachteile von X diskutiert“</span></li>
<li><span style="font-size: 12pt;">„Es muss angenommen werden, dass…“</span></li>
<li><span style="font-size: 12pt;">„Es sei noch zu erwägen, ob …“</span></li>
</ol>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-size: 12pt;">Hier sind für jedes Beispiel verschiedene Übersetzungen ins Englische im Passiv möglich. Es wäre im Englischen aber auch ganz natürlich, das Aktiv zu verwenden (mit oder ohne einem Personalpronomen), etwa:</span></p>
<ol style="text-align: justify;">
<li><span style="font-size: 12pt;">„In this article, I will discuss the advantages and disadvantages of X“</span></li>
<li><span style="font-size: 12pt;">„We must assume here that …“</span></li>
<li><span style="font-size: 12pt;">„We still need to consider whether …“</span></li>
</ol>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-size: 12pt;"><strong>Der Nominalstil</strong></span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-size: 12pt;">Im Deutschen werden oft Substantive (Nomen) verwendet, während im Englischen Verben bevorzugt werden, z.B.:</span></p>
<ul style="text-align: justify;">
<li><span style="font-size: 12pt;">„Die Diskussionen bringen polarisierte Meinungen zum <u>Ausdruck</u>“ („The discussions <u>express</u> polarized views“)</span></li>
<li><span style="font-size: 12pt;">„Die Kurse bieten Flexibilität bei der <u>Steuerung</u> und <u>Optimierung</u> von Lernprozessen an“ („The courses offer flexibility in <em>managing</em> and <em>optimizing</em> learning processes“)</span></li>
<li><span style="font-size: 12pt;">„Das <u>Unterdrücken</u> negativer Gefühle führt zu weiteren Problemen“ („<u>Suppressing</u> negative feelings leads to further problems“).</span></li>
</ul>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-size: 12pt;">Obwohl es sich bei der Vorstellung, die Briten seien stets höflich und zurückhaltend, sicher um ein Klischee handelt, trifft diese Beschreibung auf die englische Wissenschaftssprache durchaus zu und die englische Übersetzung, die Sie erhalten, kann vorsichtiger und zaghafter formuliert sein als Ihr deutscher Ausgangstext. – Die Engländer gehen gerne „auf Nummer sicher“.  Zudem, wenn Ihr Originaltext durchwegs einen unpersönlichen Ton hat, kann es gut sein, dass der Englischübersetzer das abgewandelt hat, indem er einige Personalpronomen eingefügt und eine aktive Sprache eingeführt hat, weil diese Mischung im Englischen vertrauter ist. Das ist insbesondere der Fall, wenn Ihr Text als Beitrag auf einer Tagung vorgesehen ist. Und guter Letzt: Seien Sie nicht überrascht, wenn Ihre Substantive in der englischen Version nicht wiederfinden!</span></p>
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		<title>7 Tipps zur Vorbereitung Ihrer wissenschaftlichen Publikation für die professionelle Übersetzung</title>
		<link>https://www.textworks.eu/manuskript-uebersetzung-vorbereiten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[textworks]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Feb 2015 13:25:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Übersetzungen]]></category>
		<category><![CDATA[Fachterminologie]]></category>
		<category><![CDATA[Fachübersetzung]]></category>
		<category><![CDATA[Geisteswissenschaften Übersetzung]]></category>
		<category><![CDATA[Literaturverzeichnis]]></category>
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		<category><![CDATA[Terminologie]]></category>
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		<category><![CDATA[Übersetzungstipps]]></category>
		<category><![CDATA[wissenschaftliche Übersetzung]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftskommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Zielpublikum]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sie möchten einen wissenschaftlichen Aufsatz in einer fremdsprachigen Zeitschrift publizieren und diesen professionell übersetzen lassen? Wir geben Ihnen nützliche Ratschläge für die Vorbereitung Ihres deutschen Manuskripts für eine solche Übersetzung. 1. Präzise formulieren in der Muttersprache Egal wie gut Sie eine Fremdsprache beherrschen, Sie werden sich immer präziser in Ihrer Muttersprache ausdrücken. Deshalb empfehlen wir [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: 12pt;"><em><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-10090 size-full" src="https://www.textworks.eu/wp-content/uploads/2019/12/Beitragsbild-7-Tipps-zur-Vorbereitung-auf-wissenschaftliche-Übersetzungen.jpg" alt="Beitragsbild - 7 Tipps zur Vorbereitung auf wissenschaftliche Übersetzungen" width="1051" height="701" srcset="https://www.textworks.eu/wp-content/uploads/2019/12/Beitragsbild-7-Tipps-zur-Vorbereitung-auf-wissenschaftliche-Übersetzungen.jpg 1051w, https://www.textworks.eu/wp-content/uploads/2019/12/Beitragsbild-7-Tipps-zur-Vorbereitung-auf-wissenschaftliche-Übersetzungen-300x200.jpg 300w, https://www.textworks.eu/wp-content/uploads/2019/12/Beitragsbild-7-Tipps-zur-Vorbereitung-auf-wissenschaftliche-Übersetzungen-1024x683.jpg 1024w, https://www.textworks.eu/wp-content/uploads/2019/12/Beitragsbild-7-Tipps-zur-Vorbereitung-auf-wissenschaftliche-Übersetzungen-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1051px) 100vw, 1051px" /></em></span> <span style="font-size: 12pt;"><em>Sie möchten einen wissenschaftlichen Aufsatz in einer fremdsprachigen Zeitschrift publizieren und diesen professionell übersetzen lassen? Wir geben Ihnen nützliche Ratschläge für die Vorbereitung Ihres deutschen Manuskripts für eine solche Übersetzung.</em></span> <span id="more-9376"></span> <strong>1. Präzise formulieren in der Muttersprache</strong></p>
<p>Egal wie gut Sie eine Fremdsprache beherrschen, Sie werden sich immer präziser in Ihrer Muttersprache ausdrücken. Deshalb empfehlen wir Ihnen, einen Aufsatz möglichst in dieser zu verfassen. Es ist Aufgabe der Übersetzerin, dann nicht nur die Inhalte akkurat in die gewünschte Fremdsprache zu übertragen, sondern Ihren Artikel auch in eine Form zu bringen, welche der wissenschaftlichen Kultur der Zielleserschaft entspricht. Und: Lassen Sie Ihren Aufsatz ein paar Tage ruhen und lesen Sie ihn noch einmal gründlich durch, bevor Sie ihn in die Übersetzung geben. Je klarer und unmissverständlicher Inhalte formuliert sind, umso präziser wird auch deren Übersetzung ausfallen.</p>
<p><strong> 2. Vollständig abgeben</strong></p>
<p>Nachträgliche Änderungen in eine vorhandene Übersetzung einzubauen, ist meist mühsam und sorgt schnell für Verwirrung. Um die bestmögliche Qualität zu garantieren, sollte die Übersetzerin den vollständigen Text an einem Stück übersetzen – dann wirkt er auch aus einem Guss. So sollten Sie uns möglichst den ganzen Aufsatz auf einmal schicken und von Teillieferungen absehen.</p>
<p><strong>3. Terminologische Ressourcen bereitstellen</strong></p>
<p>Jede wissenschaftliche Subdisziplin ist eine Welt für sich – auch wenn unsere Übersetzer bereits in einer der Sozial- oder Geisteswissenschaften promoviert haben. Daher: Falls Sie diese zur Hand haben, stellen Sie uns terminologische Ressourcen zu Ihrem Fachbereich zur Verfügung, Glossare, Aufsätze zum gleichen Thema in der Ausgangs- bzw. Zielsprache oder auch Links zu wertvollen Webseiten. Dieser Wissenstransfer wird unsere Arbeit und Recherchen deutlich erleichtern, und Sie werden sicherlich weniger Rückfragen von uns erhalten.</p>
<p><strong>4. Infos zur Leser- bzw. Hörerschaft mitteilen</strong></p>
<p>Teilen Sie uns mit, ob Ihr Text in einem Fachbuch oder als populärwissenschaftliche Literatur erscheinen soll. Vielleicht brauchen Sie ihn vielmehr für einen Vortrag? Diese Informationen sind beim Übersetzen wichtig. Denn auch hier werden sprachliche und kulturelle Anpassungen vorgenommen: es wird beispielsweise darum gehen, sich konkrete Anekdoten oder Scherze auszudenken, die bei einem Vortrag in den USA oder in Großbritannien funktionieren oder darum, Sätze drastisch zu kürzen.</p>
<p><strong>5. Editierbare Bilder mitschicken</strong></p>
<p>Wenn Ihr Aufsatz Diagramme oder Tabellen enthält, sollten Sie sie in einem editierbaren Format mitschicken. Diagramme und Tabellen im Bildformat muss der Übersetzer entweder (bei komplizierten Darstellungen) unterhalb als unformatierten Text übersetzen oder (bei einfachen Darstellungen) ganz neu erstellen. Das bedeutet am Ende Extra-Arbeit für Sie. Denn ist die Grafik zugänglich, können wir gleich in diese hinein übersetzen.</p>
<p><strong>6. Zitierweise bestimmen</strong></p>
<p>Zitierweisen hängen sowohl vom Sprachraum als auch von den Richtlinien des Verlags ab. Soll „Bourdieu 1997“ direkt in den Text oder als Fussnote eingefügt werden? Soll dann der ganze Titel des zitierten Buches angegeben werden? Wie soll ausserdem das Literaturverzeichnis aussehen? Geben Sie uns konkrete Beispiele, legen Sie uns die Vorgaben Ihres Verlags vor oder lassen Sie uns einfach wissen, ob es die APA- oder MLA-Richtlinien sein sollen. So ersparen Sie sich nachträgliche Korrekturen.</p>
<p><strong> 7. Zeit für Rückfragen einplanen</strong></p>
<p>Den Liefertermin für die Übersetzung sollten Sie nicht am Vorabend Ihres eigenen Abgabetermins festlegen. Denn die Übersetzerin wird sowohl während als auch am Ende ihrer Arbeit Rückfragen an Sie haben. Dieser Prozess kann relativ zeitintensiv sein und sollte auf keinen Fall vernachlässigt werden.</p>
<p>***</p>
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